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Was sind Nieren-Biomarker und was können sie über meine Gesundheit sagen?

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Unsere Nieren sind lebenswichtige Organe, die eine wichtige Rolle in unserem Körper spielen. Die Hauptaufgabe der Nieren besteht darin, das Blut des Körpers zu filtern und Abfallprodukte und Wasser zu entfernen, um Urin zu bilden. Außerdem regulieren die Nieren den Flüssigkeitshaushalt im Körper und produzieren Hormone, die den Blutdruck und das Elektrolytgleichgewicht steuern. Daher ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass unsere Nieren gesund und frei von Krankheiten oder Funktionsstörungen sind. Die Gesundheit unserer Nieren kann anhand von neuen Biomarkern überprüft werden. Aber was genau sind Nieren-Biomarker, wie misst man sie und welche Biomarker Werte sind normal? In diesem Artikel möchten wir auf diese Fragen näher eingehen.

Was leisten die Nieren?

Täglich fließen rund 1 800 Liter Blut durch die Nieren. Etwa zehn Prozent davon (~180 Liter) werden als Primärharn herausgefiltert und dann auf etwa zwei Litern Urin konzentriert. Daher spielen sowohl Blut als auch Urin eine wichtige Rolle bei der Diagnose von Nierenproblemen. Besteht der Verdacht auf eine Nierenerkrankung, wird in der Regel eine Blut- und Urinprobe entnommen und untersucht.

Wann wird ein Nierentest durchgeführt?

Nierentests werden in der Regel durchgeführt, wenn der Verdacht auf Probleme mit den Nieren besteht, oder um die Nierenfunktion regelmäßig zu überprüfen, wenn eine Person eine bekannte Krankheit hat, die sich auf die Nieren auswirkt, wie beispielsweise Diabetes. 

Typische Symptome von Nierenproblemen sind dumpfe Schmerzen im unteren Rücken und in den Flanken, Kälteempfindlichkeit, Gelenkschmerzen und Müdigkeit. Nierenerkrankungen im Frühstadium verursachen jedoch oft wenig bis gar keine Symptome. Aus diesem Grund sind Tests ein nützliches Instrument, um Nierenprobleme zu erkennen, bevor irreversible Schäden auftreten. 

Was sind Nieren-Biomarker?

Nieren-Biomarker sind Moleküle im Blut oder Urin, die anzeigen, wie gut die Nieren arbeiten und die mit einem Labortest gemessen werden können. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Wert von Nieren-Biomarkern zu bestimmen: mit einem Urintest und mit einem Bluttest. Es gibt jedoch nicht nur einen Biomarker, der die Gesundheit der Nieren anzeigt. Lesen Sie weiter, um mehr über die wichtigsten Biomarker zur Überprüfung der Nierenfunktion und -gesundheit zu erfahren.

Kreatinin und eGFR

Sie haben vielleicht schon von Kreatin als Nahrungsergänzungsmittel für Sportler gehört, aber wussten Sie, dass Kreatin auch außerhalb des Krafttrainings wichtig ist? Kreatin ist ein Protein, das in den Muskeln gespeichert wird, wo es zur Energiegewinnung dient. Zwar kann der Körper kleine Mengen dieses Proteins selbst herstellen, doch der größte Teil des Kreatins wird über die Nahrung aufgenommen. Täglich werden etwa ein bis zwei Prozent des Kreatins vom Körper in Kreatinin abgebaut, das dann über die Nieren gefiltert und als Urin ausgeschieden wird. Da die ausgeschiedene Kreatinin Menge in Abhängigkeit von der aufgenommenen Menge variiert, variiert auch der Kreatininwert, der in einem Test nachgewiesen werden kann. Der Prozess, durch den die Kreatininwerte im Urin und im Blut nachgewiesen werden, wird auch als Kreatinin-Clearance bezeichnet. Die Muskeln haben einen direkten Einfluss auf den Kreatininwert, so dass Sportler und muskulöse Menschen oft einen Kreatininwert über dem Normalbereich haben. Ein erhöhter Kreatininwert kann aber auch ein Hinweis auf eine Nierenerkrankung sein. Ein Kreatininwert, der unter dem Normalwert liegt, ist im Allgemeinen kein Grund zur Sorge.

Ein weiterer Wert, der mit einem Kreatinin Test ermittelt werden kann, ist die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR). Die eGFR ist ein Maß dafür, wie gut Ihre Nieren arbeiten, und wird auf der Grundlage der Kreatinin Menge im Blut sowie anderer persönlicher Faktoren wie Alter und Geschlecht berechnet.  Gesunde Nieren filtern Kreatinin als Urin aus dem Blut. Wenn die Nieren nicht richtig arbeiten, steigt der Kreatininwert im Blut an. Es ist wichtig zu erwähnen, dass dieser Wert je nach Alter, Geschlecht, Körperbau und Rasse variieren kann. Außerdem ist die eGFR oft nicht aussagekräftig für Menschen, die stark übergewichtig, schwanger oder sehr muskulös sind.

Harnstoff

Harnstoff-Stickstoff ist ein Abfallprodukt, das entsteht, wenn der Körper Eiweiß aus der Nahrung abbaut. Dieser ungiftige Harnstoff entsteht, wenn die Leber Ammoniak bildet, das beim Abbau von Eiweiß freigesetzt wird. Ammoniak verbindet sich dann mit anderen Elementen zu Harnstoff, der über den Blutkreislauf von der Leber zu den Nieren gelangt. Harnstoff wird dann über die Nieren ausgeschieden. Wenn die Nieren nicht gesund sind, können sie Schwierigkeiten haben, den Harnstoff-Stickstoff auszuscheiden, wodurch die Werte im Blut ansteigen. Ein überdurchschnittlich hoher Harnstoff-Stickstoffwert (BUN) im Blut kann ein Hinweis auf eine chronische Nierenerkrankung sein. Erhöhte Werte können jedoch auch durch Dehydrierung, Gewebeschäden (z. B. Verbrennungen) oder durch eine eiweißreiche Ernährung verursacht werden.

Albumin

Albumin ist ein von der Leber produziertes Protein, das Substanzen wie Hormone, Medikamente und Enzyme durch den Körper transportiert. Albumin trägt auch dazu bei, dass keine Flüssigkeit aus dem Blut in das Körpergewebe sickert. Bei gut funktionierenden Nieren geht nur eine geringe Menge Albumin in den Urin über. Sind die Nieren geschädigt, finden sich größere Mengen an Albumin im Urin. Dies ist insbesondere bei Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes der Fall.

Mikroalbumin (auch Albumin/Kreatinin-Verhältnis genannt) ist das Verhältnis zwischen der Menge an Albumin und dem in einer Urin Portion ausgeschiedenen Kreatinin. Der Mikroalbuminspiegel im Urin kann durch bestimmte Medikamente, kürzliche körperliche Betätigung, Harnwegsinfektionen und Blut im Urin erhöht werden. Wenn Ihre Mikroalbuminwerte erhöht sind, wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt – er kann Sie bitten, den Test zu wiederholen.

Welche Nieren-Biomarker Werte sind normal?

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über normale Nieren-Biomarker Werte. Abweichungen von diesen Werten können normal sein, abhängig von bestimmten persönlichen Faktoren wie Alter, Geschlecht oder Lebensstil, die bestimmte Marker natürlicherweise erhöhen. 

Eine sichere und einfache Möglichkeit, drei wichtige Nieren-Biomarker zu überprüfen, ist der Leber- und Nierenfunktionstest von Homed-IQ. Mit diesem Test können die Benutzer ihre Kreatinin-, eGFR- und Mikroalbuminwerte sowie die wichtigen Leber-Biomarker ALT, AST, GammaGT, Bilirubin und alkalische Phosphatase überprüfen. Bei diesem Selbsttest wird zu Hause eine Blut- und Urinprobe entnommen, die dann zur Analyse an ein zertifiziertes Labor geschickt wird. Sie erhalten einen vollständigen Laborbericht, den Sie bei Bedarf Ihrem Hausarzt zur weiteren Untersuchung vorlegen können.

NierenwerteGemessen inWert
KreatininBlut59,2 to 103,4 μmol/l
eGFRBlut> 60 ml/min

Harnstoff-Stickstoff
Blut6 to 24 mg/dL
MikroalbuminUrin< 20 mg/L

Was bedeutet es, wenn Nieren-Biomarker außerhalb des Normbereichs liegen?

Nieren-Biomarker, die außerhalb des Normbereichs liegen, können auf eine Nierenschädigung oder -erkrankung hinweisen. Aber auch andere Krankheiten und persönliche Faktoren können sich auf die Nieren-Biomarker auswirken. Wenn Ihre Testergebnisse abnormal sind, bringen Sie sie bitte zu Ihrem Hausarzt zur weiteren Untersuchung. Möglicherweise müssen Sie weitere Tests durchführen lassen oder einen Test wiederholen, um festzustellen, ob das Ergebnis immer noch abnormal ist. Auch wenn Ihr Testergebnis normal ist, Sie aber immer noch Symptome haben, die auf eine Nierenfunktionsstörung hindeuten, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. 

Biomarker, die zu niedrig sind

Niedrige Nieren-Biomarker sind in der Regel weniger signifikant als zu hohe Werte, können aber dennoch auf mögliche Probleme im Körper hinweisen. Niedrige Kreatininwerte können beispielsweise auf ein Problem mit den Muskeln oder der Leber hinweisen, können aber auch auf etwas weniger Ernstes zurückzuführen sein, wie etwa eine verringerte Muskelmasse bei älteren Erwachsenen oder eine Schwangerschaft. Ein niedriger Blut-Harnstoff-Stickstoff Wert kann das Ergebnis einer schlechten Ernährung, einer Unterernährung, einer Überwässerung, einer Schwangerschaft oder einer Leberschädigung sein. Mikroalbuminwerte, die unter 20 mg/L liegen, gelten als im Normalbereich. 

Eine niedrige eGFR zeigt an, dass die Nieren möglicherweise nicht so gut arbeiten, wie sie sollten, kann aber auch mit dem Alter abnehmen. Wie bei allen Testergebnissen kann eine Nierenerkrankung nicht diagnostiziert werden, wenn ein Biomarker außerhalb des Normbereichs liegt. Wenn Sie ein Testergebnis erhalten, das außerhalb des normalen Bereichs liegt, wird Ihr Arzt mögliche Ursachen untersuchen, gegebenenfalls zusätzliche Tests anordnen und eine offizielle Diagnose stellen.

Biomarker, die zu hoch sind

Im Frühstadium einer Nierenschädigung oder -erkrankung können die Biomarker der Nieren erhöht sein, bevor Symptome auftreten. Hohe Kreatinin- und Harnstoff Stickstoff Werte im Blut deuten darauf hin, dass die Nieren diese Stoffe nicht richtig ausscheiden und möglicherweise nicht richtig funktionieren. Hohe Micro Albuminwerte im Urin können ein Anzeichen für ein frühes Stadium einer Nierenerkrankung oder ein Nierenversagen sein. Es gibt jedoch noch andere Faktoren, die sich auf den Mikroalbuminspiegel auswirken können, wie z. B. starke körperliche Betätigung, die von Ihrem Arzt untersucht werden muss. Schließlich ist ein hoher eGFR-Wert kein Grund zur Besorgnis und zeigt an, dass die Nieren gut funktionieren.

Was sollten Sie tun, wenn die Ergebnisse Ihrer Nierenfunktionstests abnormal sind?

Wenn Ihre Nieren-Biomarker außerhalb des Normalbereichs liegen, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen, um mehr über die möglichen Ursachen, das Vorliegen einer Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten zu erfahren. Möglicherweise müssen Sie bestimmte Medikamente einnehmen, zusätzliche Tests durchführen lassen oder einen Nephrologen (einen Nierenspezialisten) aufsuchen. 

Sie sollten auch wissen, dass Rauchen, unkontrollierter Bluthochdruck und die übermäßige Einnahme bestimmter Medikamente wie Ibuprofen, Naproxen und Aspirin die Nierengesundheit beeinträchtigen können. Die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln, Antibiotika und anderen Medikamenten führt zu Nierenschäden. Menschen, die bereits mit bestehenden Nierenproblemen zu kämpfen haben, sollten ihre Medikamente, Dosierung und Einnahme sorgfältig aufzeichnen und ihren Arzt konsultieren, um herauszufinden, ob Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel gänzlich vermieden werden sollten. Darüber hinaus ist es wichtig, den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel (bei Diabetikern) richtig einzustellen, wenn bereits eine Nierenschädigung bekannt ist. Eine gesunde Ernährung, die Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts und der Verzicht auf das Rauchen sind weitere Möglichkeiten, die Gesundheit der Nieren zu schützen.

Literaturverzeichnis

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Über den Autor

Lauren Dobischok

Lauren ist Gesundheitswissenschaftlerin und Wissenschaftskommunikatorin die in den Niederlanden lebt. Sie hat einen Forschungs-Master in Gesundheitswissenschaften am Niederländischen Institut für Gesundheitswissenschaften (NIHES) der Erasmus-Universität Rotterdam mit Spezialisierung auf Epidemiologie. Des Weiteren besitzt Sie einen B.Sc. In Gesundheitswissenschaften den Sie an der Simon Fraser University abgeschlossen hat. Mit ihrem Hintergrund im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens ist es ihr Ziel, akkurate wissenschaftliche Inhalte zu erstellen, die leicht zu verstehen sind und es den Menschen ermöglichen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Bei Homed-IQ ist Lauren als Produktentwicklerin und Content Lead tätig und arbeitet eng mit Ärzten und Wissenschaftlern aus dem Bereich Medizintechnik an den neuen Produkten und schriftlichen Mitteilungen von Homed-IQ.