Progesteron und Progesteronmangel – alles über das weibliche Geschlechtshormon
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Progesteron und Progesteronmangel – alles über das weibliche Geschlechtshormon

geschrieben von

Anna Roell
26 Juli, 2023

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Progesteron spielt als wesentliches weibliches Sexualhormon eine zentrale Rolle für verschiedene Aspekte der weiblichen Gesundheit. Es spielt eine unverzichtbare Rolle bei der Fortpflanzung und dem Menstruationszyklus. Doch was genau macht dieses Hormon aus und welche Auswirkungen hat es bei einem Mangel? Lesen Sie weiter, um mehr über die Funktion von Progesteron sowie über die Symptome und die Behandlung eines Mangels zu erfahren.


Inhaltsübersicht


Was ist Progesteron?

Progesteron ist ein Steroidhormon, das als Botenstoff im Körper dient und verschiedene Funktionen reguliert. Es gehört zu den Sexualhormonen und wird oft als das “weibliche Hormon” bezeichnet, obwohl es sowohl bei Männern als auch bei Frauen vorkommt. Jedoch spielt es eine unentbehrliche Rolle im weiblichen Fortpflanzungssystem durch die Regulierung des Menstruationszyklus und der Schwangerschaft. Die Hauptquelle von Progesteron im weiblichen Körper sind die Eierstöcke, genauer gesagt der Gelbkörper, der nach dem Eisprung in den Eierstöcken entsteht. In kleineren Mengen wird es auch in den Nebennieren und während der Schwangerschaft in der Plazenta produziert (Britannica, 2023). 

Welche Funktion hat Progesteron?

Die Funktionen von Progesteron sind vielfältig und erstrecken sich über verschiedene Aspekte der weiblichen Gesundheit:

  1. Regulierung des Menstruationszyklus: Progesteron bereitet den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor, indem es nach dem Eisprung die Gebärmutterschleimhaut verdickt. Progesteron verdickt die Gebärmutterschleimhaut, um ein günstiges Umfeld für die Einnistung und Entwicklung eines befruchteten Eis zu schaffen. Wenn keine Befruchtung stattfindet, sinkt der Progesteronspiegel und die Menstruation setzt ein.
  2. Unterstützung der Schwangerschaft: Bei einer erfolgreichen Befruchtung bleibt der Progesteronspiegel hoch, um die Gebärmutterschleimhaut zu erhalten und eine Schwangerschaft zu unterstützen. Progesteron fördert das Wachstum von Blutgefäßen und Drüsen in der Gebärmutterschleimhaut.
  3. Einfluss auf die Psyche: Progesteron hat auch Auswirkungen auf die Stimmung und kann zur Symptomatik des prämenstruellen Syndroms (PMS) beitragen.
  4. Knochengesundheit: Progesteron spielt eine Rolle bei der Erhaltung der Knochendichte und kann dazu beitragen, das Risiko von Osteoporose zu senken.

Auch wenn Progesteron häufig als “weibliches” Hormon bezeichnet wird, spielt es auch im männlichen Körper eine wichtige Rolle und wird in den Nebennieren und Hoden produziert. Es hilft bei der Produktion von Testosteron und anderen Steroidhormonen. Zudem hat es eine schützende Funktion für das Prostata-Gewebe und wirkt sich auf die Stimmung und den Schlaf aus (Cleveland Clinic, 2022). Sind Sie neugierig auf Ihren Testosteronspiegel? Mit unserem Testosterontest können Sie Ihren Testosteronspiegel einfach und schnell selbst testen.

Wie beeinflussen Progesteron und Östrogen zusammen den Menstruationszyklus?

Progesteron und Östrogen sind zwei entscheidende Hormone, die im weiblichen Körper harmonisch zusammenarbeiten, um Gesundheit und Wohlbefinden zu gewährleisten. Sie spielen eine zentrale Rolle im Menstruationszyklus und haben jeweils dominante Phasen. In der ersten Hälfte des Zyklus dominieren die Östrogene, die die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereiten. Nach dem Eisprung, der in der Mitte des Zyklus stattfindet, steigt die Konzentration von Progesteron im Körper an. Sollte keine Befruchtung eintreten, sinken die Spiegel beider Hormone, was zur Menstruation führt. Für einen regulären Menstruationszyklus und eine optimale Gesundheit ist es wichtig, dass Östrogen und Progesteron in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Ungleichgewichte können zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, einschließlich Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus (de Mayo et al., 2002).

Was ist ein Progesteronmangel?

Ein Progesteronmangel, medizinisch auch als Lutealinsuffizienz oder Gelbkörperschwäche bezeichnet, liegt vor, wenn der Körper nicht genügend Progesteron produziert. Ein Progesteronmangel kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen und hat weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden einer Frau (Cable & Grider, 2023). 

Was sind Ursachen für einen Progesteronmangel?

Es gibt viele mögliche Ursachen für einen Progesteronmangel, die bei Frauen als auch bei Männern vorkommen können, darunter:

  • Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit der Eierstöcke ab, Progesteron zu produzieren, und auch bei Männern nimmt der Progesteronspiegel mit dem Alter ab.
  • Stress: Cortisol, bekannt als das Stresshormon, kann die Progesteronproduktion beeinflussen, wenn es in zu hohen Mengen im Körper vorhanden ist. Cortisol und Progesteron stammen aus derselben Vorläufersubstanz im Körper – Cholesterin. Wenn der Körper in einer stressigen Situation ist, gibt er Priorität zur Produktion von Cortisol, um auf den Stress zu reagieren. Dies kann dazu führen, dass die Fähigkeit des Körpers, Progesteron zu produzieren, eingeschränkt wird. Auch exzessives Training oder strenge Diäten können den Körper belasten, den Cortisolspiegel erhöhen und Stress verursachen. 
  • Niedriger Cholesterinspiegel: Cholesterin spielt eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Steroidhormonen, einschließlich Progesteron. Ein niedriger Cholesterinspiegel kann daher zu niedrigen Progesteronspiegeln führen.
  • Hypothyreose: Wenn die Schilddrüse nicht genügend Hormone produziert (ein Zustand, der als Hypothyreose bekannt ist), kann dies die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, ausreichend Progesteron zu produzieren.
  • Hyperprolaktinämie: Prolaktin ist das Hormon, das für die Milchproduktion zuständig ist. Wenn der Körper zu viel Prolaktin produziert (ein Zustand, der als Hyperprolaktinämie bekannt ist), kann dies die Produktion anderer Sexualhormone, einschließlich Progesteron, stören. Dies kann zu unregelmäßigen Menstruationszyklen oder sogar zum Ausbleiben der Periode führen.
  • Hormonelle Ungleichgewichte: Andere hormonelle Ungleichgewichte, wie ein Überschuss an Östrogen, können zu einem relativen Progesteronmangel führen. Dieses Phänomen wird auch als Östrogendominanz bezeichnet. 

Quelle: Cleveland Clinic, 2023

Was sind Symptome eines Progesteronmangels?

Symptome eines Progesteronmangels können variieren und unspezifisch sein, was die Diagnose erschweren kann. Einige häufige Anzeichen und Symptome können jedoch Folgendes beinhalten:

  • Stimmungsschwankungen, einschließlich Depressionen, Angstzuständen und Reizbarkeit
  • Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit
  • Menstruationsbeschwerden und unregelmäßige Zyklen
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Gewichtszunahme, insbesondere um den Bauch
  • Schmerzen oder Beschwerden in den Brüsten

Quelle: Caporuscio, 2022

Ein Mangel an Progesteron bei Männern kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter niedrige Libido, Müdigkeit, Gewichtszunahme, Depressionen und Gynäkomastie (erhöhtes Brustgewebe) (Nichols, 2017).

Aufgrund der unspezifischen Natur dieser Symptome kann es schwierig sein, einen Progesteronmangel ausschließlich auf der Grundlage von Symptomen zu diagnostizieren. Bei Verdacht auf Progesteronmangel sollten Sie einen Arzt aufsuchen oder eine Hormonuntersuchung in Betracht ziehen.

Was ist das Prämenstruelles Syndrom (PMS)?

Das Prämenstruelles Syndrom (PMS) bezieht sich auf eine Reihe von emotionalen und physischen Symptomen, die viele Frauen in den Tagen vor ihrer Menstruation erleben. Zu diesen Symptomen können Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Depression, Angst, Blähungen, Brustspannen und Müdigkeit gehören und es gibt Hinweise, dass ein niedriger Progesteronspiegel mit dem Auftreten von PMS in Verbindung gebracht werden kann (Roomruangwong et al., 2019). 

Was sind die Folgen eines Progesteronmangels?

Frauen mit niedrigem Progesteron können unregelmäßige Menstruationszyklen oder Schwierigkeiten bei der Empfängnis erleben und sind, falls schwanger, einem erhöhten Risiko für Fehl- oder Frühgeburten ausgesetzt. Die Gebärmutterschleimhaut, die durch Progesteron reguliert wird, ist für die Nährstoffversorgung des Embryos und die Unterstützung der Schwangerschaft notwendig ist. Symptome eines niedrigen Progesteronspiegels umfassen abnormale Gebärmutterblutungen, unregelmäßige Perioden, Schmierblutungen und Bauchschmerzen während der Schwangerschaft sowie wiederholte Fehlgeburten. Ein Mangel an Progesteron kann zu einem Überschuss an Östrogen führen, was den Sexualtrieb beeinträchtigen, Gewichtszunahme verursachen und Gallenblasenprobleme hervorrufen kann (Endocrine Society, 2022). 

Wie wird ein Progesteronmangel festgestellt? 

Die Diagnose eines Progesteronmangels beginnt in der Regel mit einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Der Arzt wird nach Symptomen fragen, die auf einen Hormonmangel hindeuten könnten. Eine definitive Diagnose erfordert jedoch Labortests. Dies beinhaltet normalerweise einen Bluttest, der zu einem bestimmten Zeitpunkt im Menstruationszyklus durchgeführt wird. Der Test misst den Progesteronspiegel im Blut, um festzustellen, ob er innerhalb des normalen Bereichs liegt.  

Die normalen Progesteronwerte hängen von der Phase im Menstruationszyklus ab. In der ersten Zyklushälfte, der Follikelphase, sind die Werte niedriger und liegen unter 2 ng/ml. Nach dem Eisprung, in der Lutealphase, steigen die Werte auf bis zu 20 ng/ml an. Bei schwangeren Frauen sind die Werte natürlich höher und können je nach Schwangerschaftswoche stark variieren. Es ist zu beachten, dass diese Werte je nach Labor und Analysemethode leicht variieren können (University of Rochester Medical Center, 2023). 

In einigen Fällen kann der Arzt auch weitere Tests anordnen, um andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen. Dies kann beispielsweise Tests auf andere Hormone, eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke oder eine Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut beinhalten (Caporuscio, 2022). 

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Wie wird ein Progesteronmangel behandelt? 

Die Behandlung eines Progesteronmangels hängt von dessen Ursache und den spezifischen Symptomen der betroffenen Person ab. Hier sind einige der häufigsten Ansätze:

  1. Hormontherapie: Progesteron kann direkt über eine Hormonersatztherapie (HRT) verabreicht werden, die häufig bei Frauen in den Wechseljahren angewendet wird. Dies kann dabei helfen, das hormonelle Gleichgewicht wiederherzustellen und Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen zu lindern. Die Hormontherapie kann auch verwendet werden, um die Menstruation zu regulieren oder bei der Behandlung bestimmter Formen von Unfruchtbarkeit.
  2. Veränderungen im Lebensstil: Eine Umstellung auf eine mineralstoff- und vitaminreiche Ernährung, die Magnesium, Zink und Vitamin B enthält, sowie regelmäßige Bewegung und Maßnahmen zur Stressbewältigung können dazu beitragen, das hormonelle Gleichgewicht zu unterstützen.
  3. Medikamentöse Behandlung: Abhängig von der spezifischen Ursache des Progesteronmangels können verschiedene Medikamente zur Behandlung eingesetzt werden. Bei bestimmten Erkrankungen, wie zum Beispiel bei dem polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) einer häufigen hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter, können Medikamente zur Regulierung des Menstruationszyklus oder zur Behandlung von Unfruchtbarkeit verordnet werden. 

Es ist wichtig zu beachten, dass eine Hormontherapie nicht für jede Person geeignet ist und einige Risiken birgt. Aus diesem Grund wird eine Hormontherapie normalerweise erst dann in Betracht gezogen, wenn die Symptome stark sind und die Lebensqualität der betroffenen Person erheblich beeinträchtigen (Healthline, 2016; Cleveland Clinic, 2023 ).

Zusammenfassung

Progesteron ist ein essentielles weibliches Geschlechtshormon mit vielfältigen Funktionen. Ein Mangel an diesem Hormon kann verschiedene gesundheitliche Probleme zur Folge haben und bedarf einer medizinischen Behandlung. Es ist wichtig, die Zeichen eines möglichen Progesteronmangels zu kennen und medizinischen Rat einzuholen, wenn Verdacht auf einen Mangel besteht.

Referenzen

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Über die Autorin

Anna Roell

Anna ist ausgebildete Krankenschwester und Gesundheitsökonomin mit dem Schwerpunkt Epidemiologie und verbindet ihre medizinischen und wissenschaftlichen Interessen. Ihr Ziel ist es, das Bewusstsein für medizinische Inhalte zu schärfen und diese auf verständliche Weise zu vermitteln. Am meisten schätzt sie am Leben in Amsterdam die aufgeschlossene, aktive Einstellung der Menschen, die Märkte und die großartige Natur in der Umgebung.